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Tipps für Halsatmer in der Winterzeit

Tipps für Halsatmer: Wie Sie Winterluft, Heizungsluft und Erkältungszeit besser bewältigen

Atmen
25. November 2025

Vielleicht kennen Sie das Gefühl, wenn Sie im Winter einen warmen Innenraum betreten: Die Luft ist trocken, der Hals kratzt und es entsteht schnell ein Hustenreiz. Für Menschen mit Tracheostoma kann sich das im Winter oft den ganzen Tag so anfühlen – egal ob draußen im Frost oder drinnen in trockener Heizungsluft. Die Atemwege bekommen die kalte, ungefilterte Luft direkt ab, ohne vorher durch die Nase erwärmt und befeuchtet zu werden. Dadurch reagieren sie schneller gereizt, bilden mehr Schleim und sind empfindlicher.

In diesem Blogartikel erfahren Sie, warum die Winterzeit – und damit auch die typische Erkältungszeit – für die Atemwege von Halsatmern besonders herausfordernd ist und welche einfachen, wirksamen Maßnahmen im Alltag helfen können, diese Beschwerden spürbar zu reduzieren.

Von Empfehlungen zum konsequenten Tragen eines HMEs über Tipps bei starken Temperaturwechseln bis hin zu Expertentipps zur Inhalation – dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Atemwege in der kalten Jahreszeit bestmöglich schützen.

Tracheostomapflege im Winter

Warum die Atemwege im Winter stärker belastet sind

Kalte Winterluft enthält kaum Feuchtigkeit. Für Halsatmer bedeutet das: Jede Einatmung gelangt ungefiltert und ungewärmt in die Luftröhre. Die Atemwege müssen viel mehr leisten als sonst – sie trocknen schneller aus, Schleim wird zäher und Husten nimmt zu.
Auch drinnen wird es nicht immer besser. Heizungsluft entzieht zusätzlich Feuchtigkeit und kann die Beschwerden weiter verstärken. Deshalb ist es gerade in der Winterzeit wichtig, die Atemwege aktiv zu schützen.

HME tragen – das A und O im Winter

Ein HME ist nicht einfach nur ein Zubehör. Gerade im Winter ist er der wichtigste Schutz, den Halsatmer ihren Atemwegen geben können.
Ohne HME gelangt die Luft direkt, kalt und trocken in die Luftröhre – völlig ungefiltert. Die Atemwege müssen alles allein ausgleichen: Feuchtigkeit spenden, Temperatur anpassen, Schleim regulieren. Das überfordert sie schnell.

Ein HME übernimmt genau diese Aufgaben:

  • er filtert Partikel aus der Luft
  • er befeuchtet die Atemluft
  • er wärmt sie leicht an
  • er sorgt für einen natürlichen Atemwegswiderstand, der das Atmen angenehmer macht

Beim Ausatmen speichert der HME Wärme und Feuchtigkeit. Beim Einatmen gibt er sie wieder zurück. Das bedeutet in der Praxis:

  • weniger Reizungen
  • weniger Austrocknung
  • weniger Schleim
  • deutlich weniger Husten

Viele Halsatmer berichten, dass ihr Winteralltag ohne HME kaum vorstellbar ist – mit HME dagegen fühlen sich die Atemwege ruhiger, geschützter und stabiler an.

Kurz gesagt: Der HME ist im Winter nicht optional, sondern entscheidend.

HME-Funktion bei der Einatmung

HME-Funktion bei der Ausatmung

Zusätzlicher Schutz in der Erkältungszeit: Provox Life Protect HME

Im Winter zirkulieren mehr Bakterien und Viren in der Luft. Hier kann Provox Life Protect HME zusätzlich schützen, denn er filtert bis zu 99 % von Bakterien, Viren, Staub und Pollen aus der Atemluft heraus.
Besonders hilfreich ist er:

  • in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • in Geschäften
  • in Wartezimmern
  • überall dort, wo viele Menschen sind

Damit ist Provox Life Protect die perfekte Ergänzung zum klassischen HME – besonders in der Erkältungszeit.

Basisplatte im Winter: Warum Kälte die Haftung verschlechtert – und wie Sie das zuverlässig ausgleichen können

Die Basisplatte ist im Alltag ein entscheidender Bestandteil der Versorgung. Sie sorgt dafür, dass das Stoma sicher abgedeckt ist und der HME zuverlässig hält. Gerade im Winter wird sie allerdings stärker herausgefordert, als viele denken. Kälte macht den Kleber härter, weniger flexibel und damit weniger haftstark. Die Platte kann schneller ablösen oder nicht mehr dicht sitzen – oft ohne Vorwarnung.

Warum Kälte ein Problem ist

  • Der Kleber braucht eine gewisse Temperatur, um weich und anpassungsfähig zu bleiben.
  • Kalte Haut und kalte Basisplatten verhindern diese Flexibilität.
  • Der Kleber verbindet sich schlechter mit der Hautoberfläche.

Das Ergebnis kann ein spürbar nachlassender Halt sein, vor allem nach Aufenthalten im Freien.

Aus der Praxis: Schritte, die im Winter zuverlässig helfen

1. Basisplatte anwärmen
Kurzes Anwärmen in den Händen oder auf einem lauwarmen Untergrund (nicht heiß!) macht den Kleber spürbar flexibler.

2. Haut sorgfältig vorbereiten

  • gründlich reinigen
  • vollständig trocknen lassen
  • kurz warten, bevor die Platte aufgesetzt wird

Warme, trockene Haut haftet deutlich besser als kalte oder leicht feuchte Haut.

3. Nach der Kälte kurz warten
Wenn Sie gerade draußen waren, ist die Haut rund um das Stoma oft kühler.
Geben Sie ihr 1–2 Minuten Zeit, um wieder Raumtemperatur zu erreichen.

4. Leicht andrücken
Nachdem die Platte sitzt, für 20–30 Sekunden sanften Druck ausüben.
So kann sich der Kleber besser mit der Haut verbinden.

Warum das wichtig ist?

Eine gut haftende Basisplatte sorgt für optimalen Halt und spürbar mehr Wohlbefinden im Alltag. Sie bietet:

  • stabileren Halt für den HME
  • weniger Zugluft am Stoma
  • geringeres Risiko für Undichtigkeiten
  • weniger Hautreizungen
  • mehr Sicherheit und Komfort im Alltag

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Wenn draußen Kälte wartet: Der Schal als leichter, aber wirkungsvoller Schutz

Der Wechsel von warmen Innenräumen in die kalte Außenluft kann die Atemwege bei Halsatmung stark reizen. Viele spüren sofort ein Kratzen, eine zunehmende Trockenheit oder stärkeren Husten, sobald sie die Tür öffnen. Ein einfacher, aber sehr wirksamer Schutz ist ein weicher, dünner Baumwollschal. Er legt sich sanft über den HME und hilft dabei, die Atemluft etwas anzuwärmen und Feuchtigkeit zu halten, ohne den Luftstrom zu behindern. Wichtig ist nur, dass der Stoff nicht fusselt, damit keine Partikel eingeatmet werden. Ein Schal ersetzt zwar nicht den HME, aber gemeinsam bildet beides einen spürbaren Schutz gegen kalte Winterluft und macht den Weg nach draußen deutlich angenehmer.

Inhalation – wohltuende Unterstützung für gereizte Atemwege

Viele Halsatmer empfinden regelmäßiges Inhalieren als echte Erleichterung. Durch die feinen Wassertröpfchen werden die Atemwege befeuchtet, zäher Schleim löst sich besser und der Hustenreiz kann spürbar nachlassen.

Dass Inhalieren wirkt, zeigen auch wissenschaftliche Untersuchungen:
In einer klinischen Studie mit tracheotomierten Patienten führte regelmäßige Inhalation zu weniger Schleimbildung, seltenerem Absaugen und insgesamt ruhigeren Atemwegen (Journal of Clinical Medicine, 2021).
Auch andere Untersuchungen bestätigen, dass befeuchtete Luft die Atemwege entlastet und die natürliche Reinigungsfunktion unterstützt.

Für den Alltag bedeutet das: Inhalieren ist eine der einfachsten Maßnahmen, die schnell und zuverlässig helfen kann.

Wichtig dabei

  • Verwenden Sie abgekochtes Wasser oder physiologische Kochsalzlösung.
  • Verzichten Sie auf Zusätze wie ätherische Öle, da sie die Atemwege reizen können.
  • Eine kurze Inhalation morgens und abends reicht oft schon aus, um die Atemwege spürbar zu beruhigen.

Ausreichend trinken – kleine Gewohnheit, großer Effekt

Kalte Winterluft ist deutlich trockener als Sommerluft. Dadurch verliert der Körper unbemerkt Flüssigkeit – und das wirkt sich direkt auf die Atemwege aus.
Je weniger Flüssigkeit der Körper hat, desto zäher wird der Schleim. Für Halsatmer bedeutet das: Das Abhusten wird schwerer, der Hustenreiz stärker und die Atemwege fühlen sich schneller gereizt an. Regelmäßiges Trinken ist deshalb keine Nebensache, sondern ein wichtiger Teil der täglichen Versorgung. Schon kleine Mengen über den Tag verteilt können helfen, den Schleim flüssiger zu halten und die Atemwege zu beruhigen.

Am besten geeignet sind Wasser, ungesüßter Tee oder lauwarme Getränke. Sie befeuchten die Schleimhäute von innen und sorgen dafür, dass sich Schleim wesentlich leichter lösen lässt. Sehr süße oder stark koffeinhaltige Getränke können den Körper eher austrocknen – deshalb sind sie nur in Maßen empfehlenswert. Ausreichend zu trinken klingt einfach, hat aber gerade im Winter einen enormen Nutzen: Es unterstützt die Atemwege auf natürliche Weise und ergänzt alle anderen Maßnahmen wie HME, Inhalation und eine gut haftende Basisplatte ideal.

Fazit: Gut geschützt durch die Winter- und Erkältungszeit

Der Winter stellt Halsatmer vor besondere Herausforderungen. Kalte, trockene Luft, starke Temperaturwechsel und die typische Erkältungszeit belasten die Atemwege deutlich stärker als in anderen Jahreszeiten. Genau deshalb lohnt es sich, die eigenen Atemwege bewusst zu schützen und kleine, aber wirkungsvolle Maßnahmen fest in den Alltag einzubauen.

Ein konsequent getragener HME bildet dabei das wichtigste Fundament: Er filtert, befeuchtet und erwärmt die Atemluft und sorgt dafür, dass die Schleimhäute weniger gereizt reagieren. Eine gut vorbereitete, sicher haftende Basisplatte unterstützt diesen Effekt zusätzlich und gibt Ihnen Stabilität im Alltag. Auch ein dünner Schal, regelmäßiges Inhalieren und ausreichendes Trinken tragen dazu bei, den Atemwegen ihren natürlichen Schutz zurückzugeben.

Dieser Blogartikel richtet sich speziell an Halsatmer – und soll Ihnen helfen, die Winter- und Erkältungszeit besser zu verstehen und mit einfachen, bewährten Schritten sicherer und angenehmer durch diese Zeit zu kommen.

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