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Nachlese zum Online-Seminar „Essen können – gesund und mit Genuss“

Informationen zum Atos Online-Seminar vom 02.12.2021 mit Ricarda Drews und Janna Schulte (Logopädinnen) sowie Claudia Braunstein (Betroffene)

 

Illustration: Atos Online-Seminar Essen können – gesund und mit Genuss

Gedanken zum Essen

Essen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Es hat sehr häufig auch eine soziale und genussreiche Komponente. Eine Erkrankung, Operation, die Krebstherapie – Vieles kann große Auswirkungen auf die Bedürfnisse des Körpers haben, aber auch seine Funktionsfähigkeit beim Schlucken beeinträchtigen. Es gilt die Hilfestellungen zu finden, die für Sie persönlich am besten geeignet sind.

Grundlagen zum Thema Ernährung

Die Nahrungsbestandteile können in verschiedene Gruppen eingeteilt werden: Proteine – Fette – Kohlenhydrate und Ballaststoffe – Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Wie können die Nahrungsbestandteile sinnvoll eingesetzt werden? Um diese Frage zu klären, schauen wir uns die besondere Wirkungsweise der einzelnen Bestandteile genauer an:

Protein (Eiweiß) findet man in Fleisch, Fisch, Milchprodukten genauso wie in Hülsenfrüchten. Sie werden in jeder unserer Körperzellen gebraucht und erfüllen dort ganz unterschiedliche Aufgaben. Sie sorgen beispielsweise für das Wachstum und den Erhalt von Zellen und Gewebe, sind wichtig für eine gute Wundheilung und die Abwehrkräfte.

Fette sind besser als Ihr Ruf, denn sie sorgen für das korrekte Funktionieren des Körpers. Darüber hinaus verbessern Fette die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Sie liefern doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Die hohe Energiedichte kann in Maßen auch nützlich sein, wenn man z.B. nur kleine Mengen essen kann. Entscheidend für die Gesundheit ist jedoch, welche Fette wir zu uns nehmen. Genauer gesagt geht es hier um das Verhältnis von sog. gesättigten zu den ungesättigten Fettsäuren. Zu den „guten“ Fetten gehören Fischöl sowie pflanzliche Öle aus Raps, Oliven, Leinsamen. Von höherer Qualität sind grundsätzlich kaltgepresste, sog. native Öle.

Kohlenhydrate führen dem Körper ebenfalls Energie zu, die wir für die selbstverständlichsten Funktionen wie Bewegung oder Denken brauchen. Sie kommen in vielen verschiedenen Formen von Zuckern über Stärke bis zu Ballaststoffen und in vielen verschiedenen Lebensmitteln wie Vollkorn, Obst und Gemüse vor. Je komplexer die Kohlenhydrate sind (z.B. in Vollkorn- im Gegensatz zu Weißmehlprodukten), desto länger braucht die Verdauung. Es kommt seltener zu sog. Heißhungerattacken. Hier spielen die Ballaststoffe eine wichtige Rolle.

Ballaststoffe sind keine “Nährstoffe”, dennoch wichtige Komponenten unserer Ernährung. Sie sorgen für eine gute Verdauung und für den Abtransport der „Abfälle“, die im Stoffwechsel entstehen. Ballaststoffe kommen in Früchten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten vor.

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sind Nährstoffe, die wir nur in geringen Mengen benötigen, die dennoch für die ordnungsgemäße Funktion des Stoffwechsels und auch das Immunsystem des Körpers entscheidend sind.

Gibt es eine Ernährungsempfehlung?

„Bunt wie ein Regenbogen“ – So zu essen bedeutet nicht nur eine optische Abwechslung. Das Immunsystem benötigt viele unterschiedliche Nährstoffe, um optimal arbeiten zu können. Sog. Nahrungsergänzungsmittel können diese Vielfalt nicht abdecken, eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung schon. Natürliche Farbstoffe sind nicht nur „etwas für’s Auge“, sie haben auch eine wichtige biologische Funktion. Das Beta-Carotin beispielsweise, das die Möhre orange färbt, wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt, unerlässlich für ein gutes Sehvermögen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst pro Tag.

Schlucken können

Bis zu 2000 Mal schluckt ein Erwachsener pro Tag, in der Regel ohne Probleme und ohne, dass wir darüber nachdenken müssen. 5 Hirnnerven steuern dabei einen hochkomplexen Vorgang, beginnend bei der Produktion von Speichel und Magensäure, bis zur genauen Koordination von Gelenk- und Knorpelstrukturen durch über 50 Muskeln.

Welche Strukturen sind am Schlucken beteiligt?

 

Einfach ausgedrückt geht es beim Schlucken um die Vorgänge „Nahrung zerkleinern“ und „Nahrung transportieren“. Hierbei muss sichergestellt werden, dass die Nahrung – wie ein Zug im Stellwerk – den richtigen Weg findet, also weder durch die Nase herauskommt noch in die Lunge gelangt. Für die Abdichtung zur Nase sorgt der weiche Gaumen (Gaumensegel), für den Schutz der Lunge der Kehlkopf, vor allem Kehldeckel und Stimmbänder, denn im Kehlkopf gibt es eine offene Verbindung zwischen Luft- und Speiseröhre. Den Transport erledigt die koordinierte Bewegung viele Muskeln: Zunge, Wangen, Rachen und Speiseröhre.

Veränderungen der Anatomie und des Schluckaktes nach einer Tracheotomie

 

Im unteren Halsbereich wird mit einem Luftröhrenschnitt ein sog. Tracheostoma angelegt. Um die Atmung zu sichern, wird dort eine Trachealkanüle eingesetzt. Der Kehlkopf bleibt bei dieser Operation erhalten. Ist das Schlucken durch die Kanüle selbst oder als Folge einer Erkrankung / Operation erschwert, sorgt eine besondere Kanüle mit einem aufblasbaren Ballon (Cuff) für die notwendige Abdichtung und damit für den Schutz der Lunge.

Veränderungen der Anatomie und des Schluckaktes nach einer Laryngektomie

 

Mit der Entfernung des Kehlkopfes fehlt nicht nur das Organ zur Stimmerzeugung, sondern auch die wichtigsten Strukturen, um ein Verschlucken zu verhindern. Aus diesem Grund wird die Luftröhre von der Speiseröhre getrennt und endet ebenfalls in einem Tracheostoma. Mit der Laryngektomie werden auch viele der Strukturen im Rachen entfernt, die das Schlucken unterstützen. Dies bedeutet, dass das Schlucken wirklich anders abläuft und durchaus mehr Krafteinsatz benötigt. In manchen Fällen kann es einige Zeit dauern, sich daran zu gewöhnen.

Tipps:

  • kleinere, möglichst feuchte Portionen (z.B. mit Soße) in den Mund zu nehmen
  • beim Schlucken den Druck der Zungenspitze nach oben länger und kräftiger als gewohnt durchführen
  • beim Schlucken die Luft anhalten – Dies kann unterstützen, dass sich der Eingangsmuskel der Speiseröhre passiv leichter öffnet.

Der Schluckablauf – eine kleine Zusammenfassung

Auch wenn es nicht so bewusst ist: das Essen beginnt schon, bevor der Bissen unseren Mund erreicht. Die Nahrung zu sehen, zu riechen, auch die Armbewegung zum Mund – all dies sorgt bereits dafür, dass sich der Körper vorbereitet, denn die Produktion von Speichel und Magensäure wird angekurbelt.

Im Mund wird die Nahrung zum Schlucken vorbereitet, sie wird dort zerkleinert und mit Speichel vermischt. Der Speichel hat eine sehr wichtige Funktion, und zwar eine antibakterielle Wirkung. Mit ihm beginnt schon die „Verdauung“ komplexer Kohlenhydrate und lässt den Bissen leichter gleiten.

Bis zu dem Punkt, an dem die Nahrung in den Rachen transportiert wird, kann man den Schluckakt bewusst steuern, beeinflussen oder auch abbrechen. Ist jedoch der Schluckreflex einmal ausgelöst, unterliegt er keiner willkürlichen Kontrolle mehr. Dies gewährleistet, dass der Schutzmechanismus zur Abdichtung der unteren Atemwege automatisch einsetzt.

Ist der Speisebrei erstmal in der Speiseröhre angelangt, sorgt eine Abfolge von mehreren aufeinander folgenden Muskelkontraktionen, die sog. Peristaltik, für den Weitertransport Richtung Magen. Dies kann zwischen 2 und 20 Sekunden dauern.

Tipp:

  • Für Laryngektomierte kann es schwierig sein, unmittelbar nach dem Schlucken zu sprechen (sei es über die Stimmprothese oder mit dem Ructus), denn der obere Speiseröhrenmuskel hat beim Essen eine Schließfunktion. Die Nahrung soll ja nicht wieder hoch kommen. Er ist dann oft für die Stimmgebung nicht ausreichend entspannt. Vielleicht ist auch die Nahrung noch nicht weit genug in der Speiseröhre abtransportiert, um ungehindert sprechen zu können.
  • Häufiges Kauen stimuliert nicht nur die Speichelproduktion, sondern auch die Peristaltik der Speiseröhre, ein wichtiger Faktor, falls die Nahrung ungewollt wieder hochkommt.

Der Schluckablauf – eine kleine Zusammenfassung

In unserem kleinen Film können Sie nun sehen, wie der normale Schluckablauf – bei unveränderter Anatomie – abläuft. Sie möchten es ganz genau wissen, wie das Schlucken funktioniert? Am Ende dieser Seite haben wir eine Auflistung interessanter Informationsquellen zu diesem Thema zusammengetragen.

 

An jedem Punkt des Schluckablaufs kann es Schwierigkeiten oder Störungen geben, wenn z.B.

  • die Steuerung der Nerven und Muskeln nicht mehr funktioniert (wie nach einem Schlaganfall)
  • Strukturen, die für den Schluckakt wichtig sind, nicht oder nur noch zum Teil vorhanden sind (wie bei der operativen Entfernung eines Zungenanteils oder des Kehlkopfes)
  • Chemo- oder Strahlentherapie sich auf den Zustand des Gewebes auswirken
  • Im Alter sowohl Kraft als auch Koordination nachlassen

Die richtige Auswahl und Zubereitung von Nahrung

Die Lebensmittelauswahl muss an das jeweilige Ausmaß und die Art der Störung angepasst werden. Die passende Konsistenz richtet sich nach der Fähigkeit, die Nahrung selbst zu zerkleinern und zu schlucken. Anhand der unterschiedlichen Stufen werden die Betroffenen – im Optimalfall – wieder Schritt für Schritt an die Normalkost herangeführt.

Hier einige grundsätzliche Empfehlungen:

  • Lebensmittel weich kochen und gut kauen oder pürieren, das erleichtert den Schluckakt. Wenn pürierte Kost nötig ist, Lebensmittel einzeln pürieren. Solche mit kontrastreichen Farben wählen.
  • Püriertes Essen appetitlich anrichten und in Form bringen (z.B. mit Spritztülle, Eisportionierer, Terrinen, Förmchen).
  • Von festem Brot die Rinde abschneiden.
  • Wenn sehr langsam gegessen wird und die Deckung des Nährstoffbedarfs schwierig ist, Zwischenmahlzeiten einbauen und hochkalorische Kost wählen
  • Für Tracheotomierte:
    Flüssige Speisen und Getränke mit Spezialprodukten aus der Apotheke bis zur gewünschten Konsistenz andicken. Das verringert die Fließgeschwindigkeit und das Abschlucken wird erleichtert.

Claudia‘s Tipps zum Thema Zubereitung und Essen mit einer Schluckstörung

In ihrem Blog „Geschmeidige Köstlichkeiten“ (Link siehe unter der Rubrik Wissenswertes und Hilfreiches im Internet) gibt Claudia Braunstein sehr persönliche Einblicke in den Weg, den sie nach einer Tumoroperation zurücklegen musste, was genau ihr geholfen hat und vor allem: eine Vielzahl an praktischen Tipps und Anregungen, incl. anschaulicher Rezepte zum Nachkochen.

Therapie von Schluckstörungen

Vor jeder Behandlung steht eine gründliche Erforschung der Ursache(n). Die Diagnostik wird sowohl mit Hilfe bestimmte Untersuchungen wie FEES oder Röntgenbreischluck durch den Arzt als auch funktionell durch eine Logopädin durchgeführt. Jede Maßnahme zur Behandlung von Schluckprobleme sollte immer zuerst mit den entsprechenden Fachleuten besprochen und individuell begleitet werden.

Die folgenden Übungen sind also als Anregungen zu einigen Themenbereichen der Schluckstörungen zu sehen. Denn wie bei so vielen Aspekten der Rehabilitation gilt auch hier: „Übung macht den Meister“.

Das Fundament: die Sitzhaltung

Die physiologische (aufrechte) Sitzhaltung ist enorm wichtig, wenn es um das Üben geht. Egal, ob Sie das Schlucken, Atmen oder die Stimme trainieren möchten – in jedem Fall beeinflusst die Position des Beckens die Aufrichtung der Wirbelsäule und damit den Spannungszustand wie auch die Bewegungsfreiheit der Muskeln. Ganz konkret bedeutet dies, dass ein Becken, nur um 4 Grad nach hinten gekippt, die Beweglichkeit des Kehlkopfes um 40% beeinträchtigt. Das Schlucken kann dadurch schwieriger und unsicherer sein. Auch nach einer Laryngektomie profitieren Sie bei Ihren Übungen von einer aufrechten Sitzhaltung.

Eckpfeiler der aufrechten Sitzhaltung

  • Sitzen Sie aufrecht mit nach vorne gekipptem Becken und leicht abfallenden Oberschenkeln. Dies erreichen Sie, wenn
    • der Stuhl hoch genug ist
    • Sie gegebenfalls im vorderen Drittel der Sitzfläche sitzen oder
    • auf einem Sitzkeil sitzen
  • Die Oberschenkel bilden einen offenen Winkel von 45 – 60 Grad
  • Die Füße stehen hüftbreit auseinander, mit gleichmäßigem Kontakt zum Boden, die Fußspitzen leicht nach außen
  • Heben Sie das Brustbein nach vorne oben an
  • Strecken Sie Ihren Hinterkopf nach hinten oben, sodass die Halswirbelsäule gestreckt wird

Übungen bei eingeschränkte Kieferbeweglichkeit – und Öffnung

Bei einem gesunden Kiefer ist es in der Regel möglich, 3 Finger hochkant zwischen die oberen und unteren Schneidezähne einzuführen. Eine eingeschränkte Beweglichkeit wird von alleine nicht besser.

Das TheraBite System gibt es auf Rezept und kombiniert Dehnung mit therapeutischer Bewegung, sodass im Durchschnitt pro Woche des Trainings eine Verbesserung von 1 bis 1,5 mm erreicht werden. Nähere Informationen finden Sie weiter unten in der Rubrik Wissenswertes und Hilfreiches im Internet.

Übungen bei ungenügendem Abschluss des Gaumensegels

Das bewegliche Gaumensegel legt sich beim Schlucken an die Rachenhinterwand an und verhindert, dass die Nahrung in die Nasenhöhle gelangt.

Kraft und Beweglichkeit des Gaumensegels können Sie mit folgenden Übungen trainieren:

  • Mit den Verschlusslauten „P“, „T“, „K“
    Sie können nur gebildet werden, wenn die Luft im Mund gestaut wird.
    Versuchen Sie, die komprimierte Luftkugel im Mund zu spüren und einen Moment zu halten, bevor Sie die Laute sprechen.
  • Kerze auspusten

Auch hier wird der Luftstrom gezielt aus dem Mund nach vorne geleitet.
Laryngektomierte: Sie können – wie beim Flüstern des Buchstabens „P“ hierfür den Mund als „Blasebalg“ nutzen.

 

  • Bewegen Sie die Luft in Ihrem Mund. Schließen Sie dazu die Lippen und blasen die Wangen auf. Schieben Sie die Luftkugel hin und her.

 

  • Mit dem Strohhalm blubbern

Versuchen Sie, mit einem längeren Luftstrom in einem Wasserglas zu „blubbern“.

Blubbern für Tracheotomierte
Blubbern für Laryngektomierte

Auch hier können Sie diesen Effekt erzielen, wenn Sie bei geschlossenen Lippen den Kiefer wie ein Blasebalg bewegen.

Übungen für die Zunge: Mobilität, Kräftigung, Koordination

Drücken Sie mit Ihrer Zunge von innen gegen die Wange, sodass es aussieht, als hätten sie dort eine Beule. Machen Sie dies mehrmals zu beiden Seiten.

„Bohren“ Sie die Zunge wieder in die Wange. Dieses Mal machen Sie dort kreisende Bewegungen. Wechseln Sie die Drehrichtung. Dann üben Sie das gleiche auch auf der anderen Seite.

Öffnen Sie den Mund und positionieren die Zungenspitze oben hinter den Zähnen / dem Zahndamm. Nun ziehen Sie die Zungenspitze mit Druck nach oben Richtung Rachen. Wiederholen Sie dies mehrmals.

Schlucken mit anderer Kopfhaltung

Das Schlucken kann, je nach Art der Einschränkung, möglicherweise leichter funktionieren, wenn Sie dabei den Kopf drehen oder neigen, z.B. bei Problemen mit der Zunge, der Mundboden- oder der Rachenmuskulatur.

 

Ihre Fragen und unsere Antworten aus dem Online-Seminar

 

Betrifft Laryngektomierte und Tracheotomierte:

1. „Ich habe Schwierigkeiten, meine Medikamente geschluckt zu bekommen“

Versuchen Sie doch mal Folgendes

  • bei einer festen Tablette: Sie haben die Tablette und einen Schluck Wasser im Mund. Vor dem Schlucken das Kinn etwas anheben. Dies unterstützt, dass zuerst die Tablette weiter nach hinten in den Rachen rutscht und das Wasser direkt hinterher spült.
  • bei einer leichten Kapsel: Sie haben die Kapsel und einen Schluck Wasser im Mund. Vor dem Schlucken das Kinn etwas senken. Dadurch rutscht die leichte, auf dem Wasser schwimmende Kapsel weiter nach hinten in den Rachen, wird zuerst geschluckt, bevor das Wasser direkt hinterher spült.
  • Möglicherweise hilft es auch, einen kleinen Bissen Brot gut zu zerkauen, einzuspeicheln und die Tablette zusammen mit diesem „Brei“ zu schlucken. Eine Alternative wäre auch Wackelpudding oder Joghurt (sofern die Medikation Milchprodukte erlaubt).
  • Je nach Art des Medikamentes darf man die Tablette zerkleinern. Hierfür gibt es extra Hilfsmittel in der Apotheke.
    Ansonsten sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob es den Wirkstoff auch in anderer Form, z.B. als Gel gibt.

 

2. „Nahrungsbrei und Flüssigkeit rutschen bei mir eigentlich nur noch durch die Schwerkraft, indem ich den Kopf in den Nacken lege. Gibt es andere Techniken?“

Bevor man an eine Lösung denken kann, ist es bei allen Störungen des Schluckablaufes enorm wichtig, die genaue Ursache herauszufinden. Ist es z.B. ein Problem der Zungenbeweglichkeit, fehlenden Speichels, enger Verhältnisse in Rachen oder Speiseröhre? Je nach Ursache würde man hier andere Maßnahmen ergreifen.

Es gibt sehr gute diagnostische Methoden wie den Röntgenbreischluck oder eine endoskopische Schluckuntersuchung (FEES). Der behandelnde Arzt wäre sicherlich der beste Ansprechpartner.

 

3. „Meine Bestrahlung liegt jetzt 7 Wochen zurück und ich habe kaum Spucke im Mund. Was kann ich dagegen tun?“

Fehlt der Speichel als Gleitmittel für den Nahrungsbrei, stellen sich in der Regel die Betroffenen bei der Nahrungszubereitung darauf ein. Empfehlenswert sind

        • Feuchte und leicht schluckbare Speisen
        • Viel Sauce
        • Ein Stück Butter
        • Viel Trinken (1,5 – 2 Liter)
          • z. B. kühler Tee, Wasser ohne Kohlensäure, Bouillon, Gemüsesäfte, Birnen- oder Pfirsichnektar
          • Für unterwegs etwas Wasser in einer kleinen Flasche dabei haben und zwischendurch die Mundschleimhaut befeuchten
        • Zuckerfreies Kaugummi kauen
        • Künstlicher Speichel

 

4. „Kann man die Mundschleimhaut nach einer Strahlentherapie mit etwas pflegen?“

Wichtig ist, bei der Schleimhautpflege immer auf die individuelle Verträglichkeit zu achten. Bewährt hat sich

    • Mit Salbeitee gurgeln
    • Ananassaft (mit dem Wirkstoff Bromalin), mit einer entzündungshemmenden Wirkung und zum Verflüssigen zähen Sekrets. Bei Entzündungen im Mund (Mukositis) könnte man versuchen, ob man den Saft verträgt, wenn er mit Wasser verdünnt wird
    • Mundpflegetupfer, mit Schaustoff (aus der Apotheke) nutzen, um zähen Schleim aus der Mundhöhle zu entfernen. Sonst entwickelt sich hier ein Nährboden für Keime.
    • Schmalz- oder Butterbrot (sofern man Brot essen kann)
    • Butterflocke / Olivenöl im Mund, löst feste Belege von der Zunge

 

5. „Was kann ich tun, damit ich trotz Schluckproblemen auswärts essen gehen kann?“

Was Claudia Braunstein dazu rät:

„Sprich darüber – und genau das kann ich immer wieder nur dringend empfehlen, nur keine Scheu zeigen und offen, möglichst präzise zu kommunizieren, wo das Problem liegt. Es reicht oft nicht zu sagen, dass man nicht richtig schlucken kann. Viele Menschen können sich darunter nur wenig vorstellen. Und die meisten Restaurantleiter, Gastronomen, Wirte und vor allem Köche nehmen die Anregungen gerne auf und servieren angepasste Mahlzeiten für den besonderen Bedarf, den Betroffene mit einer Schluckstörung haben.“

Das bedeutet, etwas im Voraus planen und konkret nachfragen, was auf der Speisekarte steht, ob es die Möglichkeit zu Sonderwünschen gibt, macht vieles einfacher, wenn man dann im Restaurant sitzt.

Wer mehr über die persönlichen Erfahrungen lesen möchte, findet hier ein Beispiel.

 

6. „Ich habe durch meine Krebserkrankung viel Gewicht verloren. Wie kann ich einfach und schnell wieder zunehmen?

Raffinierter Zucker hat zwar viele Kalorien, wird aber von Tumorzellen besonders leicht verwertet. Er ist also schon deswegen nicht empfehlenswert, um Gewicht zuzulegen. Kohlenhydrate wie Nudeln, Reis, Kartoffeln, auch gute Fette und Eiweiß liefern in dem Fall eine gesündere Energiequelle. Also z.B. einen Schuss natives Olivenöl oder ein Stück Butter übers Essen geben. Sahne liefert auch viele Kalorien.

Sollte dies nicht ausreichen, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber, ob eine hochkalorische Trinknahrung hilfreich sein kann.

Häufig ist durch den Tumor und die Tumorbehandlung der Appetit eingeschränkt. Nicht zu unterschätzen ist die positive Wirkung von körperlicher Bewegung, so wie es Ihnen möglich ist. Das Essen schön anzurichten hilft oft auch, wieder mit mehr Appetit zu essen.

 

Betrifft Laryngektomierte:

7. „Mir wurde vor 5 Monaten der Kehlkopf entfernt. Seit der OP ist das Schlucken schwieriger. Woran kann das liegen?“

Die Bewegungen, die der Kehlkopf beim Schlucken macht, dienen nicht nur der Abdichtung und dem Schutz der Luftröhre vor der Nahrung. Gleichzeitig zieht er den oberen Schließmuskel der Speiseröhre auf, damit die Nahrung leichter abgeschluckt werden kann. Ohne diese Zugwirkung des Kehlkopfes kann es sein, dass mehr Kraft benötigt wird, den Speisebrei in die Speiseröhre zu befördern.

Bei den meisten Patienten wird das Schlucken durch den Gewöhnungseffekt und das Training der Muskeln im Laufe der Zeit besser. Versuchen Sie doch mal, beim Schlucken

      • die Zungenspitze länger und kräftiger nach oben zu drücken
      • die Luft anzuhalten. Dies kann die passive Öffnung des oberen Speiseröhrenmuskels unterstützen.

 

 8. „Was muss ich tun, wenn beim Essen ein Stück in der Speiseröhre stecken bleibt?“

Um zu verhindern, dass tatsächlich mal Nahrung in der Speiseröhre stecken bleibt, empfiehlt sich natürlich, wirklich gut zu kauen. Ist das Malheur dennoch passiert und es hängt etwas fest, probieren Sie folgendes aus:

  • Viel mit leerem Mund kauen, um die Peristaltik der Speiseröhre anzuregen
  • Mit den Fingern den Hals abtasten. Vielleicht können Sie die Stelle, wo es hängt, finden und diesen Bereich sanft massieren
  • Schlucken in unterschiedlichen Kopfpositionen (Kopf etwas runter oder hoch)
  • Wenn auch „der Finger im Hals“ nicht hilft…
  • … bleibt wohl nur noch der Weg zum Arzt, damit die steckengebliebene Nahrung aus der Speiseröhre entfernt wird

 

9. „Ich bin laryngektomiert und schlucke beim Essen viel Luft. Kann man das verhindern?“

Die Veränderungen nach der Entfernung des Kehlkopfes können sehr unterschiedlich sein. Bei manchen Betroffenen geht die Luft während der Einatmung, auch unabhängig vom Essen, sehr leicht in die Speiseröhre, einfach durch veränderte Druckverhältnisse. Da könnte es möglicherweise helfen, tiefe Atemzüge und das Sprechen während des Essens zu vermeiden.

 

Betrifft Tracheotomierte:

10. „Ich bin tracheotomiert und verschlucke mich vor allem beim Trinken. Gibt es eine leckere Alternative zum Andicken von Flüssigkeiten, dass ich nicht immer ein spezielles Pulver nehmen muss?“

Versuchen Sie es doch mal mit

      • Pürierter Banane (für süße oder exotische Speisen)
      • Avocado-Mus (für herzhafte Gerichte)

Haben Sie davon nichts im Haus, dann vielleicht etwas Geschmacksneutrales wie Kartoffelstärke.

 

11. „Worauf muss man bei der Mundpflege achten, wenn ein Patient mit Schluckproblemen (Aspirationsgefahr) bettlägerig ist?“

Besonders bei jemandem, der nicht selbst in der Lage ist, die Zahn- und Mundhygiene durchzuführen, kann man dies mit Hilfe einer leicht befeuchteten (nicht nassen!) Mullkompresse durchführen. Dabei sollte man jedoch auf Mundwasser oder reizende Pflegemittel verzichten. Mit der Mullkompresse – im Falle von Entzündungen mit Kamillentee getränkt – wird mit kreisenden Bewegungen des Zeigefingers Gaumen, Zähne und Zunge gereinigt. Die Mundhygiene wird dabei in der Regel in Seitenlage, ansonsten auf dem Rücken mit hochgelagertem Kopf durchgeführt.