Suchen
close

Willkommen bei Atos Medical

Bitte wählen Sie Ihr Land aus

Deutschland
Europe
Belgique (Français)
België (Nederlands)
Danmark
Deutschland
España
France
Italia
Nederland
Norge
Polska
Portugal
Schweiz (Deutsch)
Suisse (Français)
Suomi
Sverige
UK (English)
Asia
中文(大中華)
日本語 (Japan)
Americas
Brazil
Canada (English)
Canada (French)
USA (English)
Oceania
Australia (English)
New Zealand (English)
Other
International
Bitte bestätigen Sie Ihre Auswahl
  • Ihr Land:Deutschland

Nachlese zum Online-Seminar „Stärkung Ihrer Lungenfunktion“

Informationen zum Atos Online-Seminar „Stärkung Ihrer Lungenfunktion“ vom 7. Januar 2021 mit Ricarda Drews (Logopädin) und Gabriele Wermeling (Physiotherapeutin).

 

Illustration Atemübung Atos Online-Seminar

Gedanken zum Atem

von Gabriele Wermeling

„Der Atem ist mein ureigenster, persönliche Begleiter, von der Geburt an bis zum Tod.“

„Der Atem ist der Spiegel meiner Seele, mein persönliches Stimmungsbarometer.“

„Der Atem ist mir so selbstverständlich, dass ich vielleicht lernen muss, ihn wahrzunehmen. Denn so, wie mich meine Atmung prägt, kann ich auch meine Atmung beeinflussen und verändern, sie zur Entspannung nutzen, für mehr Wohlbefinden sorgen.“

Grundlagen zur Atmung

Einatmung

 

Die Luft strömt nicht von allein in die Lunge. Bei der Einatmung sorgen aktive Kräfte der Muskeln dafür, dass der Brustraum weiter wird:

  • Die Muskeln am Brustkorb bewegen diesen nach oben, vorne und zur Seite.
  • Und das Zwerchfell erweitert den Brustraum nach unten.

So entsteht ein Unterdruck in der Lunge und die Luft strömt ein.
Das Zwerchfell ist dabei unser wichtigster Atemmuskel.
Um es zu trainieren, verstärkt man die „Bauchatmung“, denn sie ist ökonomischer*, erfordert aber mehr Körpergefühl.

* Die Atmung ist dann ökonomisch, wenn man mit möglichst wenig Kraftaufwand die Lunge optimal belüftet.

Ausatmung

 

Bei der normalen Ausatmung kommen passive Kräfte zum Tragen.

Durch die Entspannung des Zwerchfells und der Muskeln zwischen den Rippen wird der Brustraum wieder kleiner, der Druck in der Lunge steigt.

Die Luft strömt aus.

Das Tempo der Ausatmung kann man nur durch langsames Entspannen der Einatemmuskeln reduzieren oder durch verlangsamtes Anspannen der Bauchmuskeln.

Übungsvideos

Zum ökonomischen Atmen* gehört die „Bauchatmung“ in allen Lagen, bei Bewegung und Anstrengung, ebenso beim Kommunizieren.

Das fällt jedoch häufig nicht leicht. Deshalb kommen hier einige Übungen, um den Bauchraum neu zu entdecken. Das Wahrnehmen des Körpers wird zur Grundlage, unbewusste Muster bei Atmung und Bewegung zu verändern. Ein leichter Einstieg ist z.B. die folgende Frage, die Sie sich jeweils nach den Übungen stellen können: Hat sich etwas verändert? Wie fühlt sich der Bereich jetzt an?

1. Spüren des Bauchraumes

Schließen Sie die Augen und gehen mit den Gedanken zum Bauch:
Wie nehmen Sie ihn wahr? Wo sind seine Grenzen?

Klopfen Sie mit den Händen auf dem Bauch mit den Händen. Langsam oder schnell.

Streichen Sie Ihren Bauch von rechts nach links langsam und kräftig aus. Natürlich geht es auch anders herum. Ebenso können Sie einen Kreis machen, allerdings im Uhrzeigersinn wegen der Verdauung.

Zupfen Sie an der Bauchdecke.

2. Anspannen der Bauchmuskeln

Ziehen Sie während der Ausatmung Ihren Bauchnabel nach innen, dabei spannt der innerste Bauchmuskel an.

Bewegen Sie den linken Beckenkamm zum rechten Brustkorb.

Welche Atemphase ist dabei besser? Einatmung oder Ausatmung?

Wechseln Sie die Seite: bewegen Sie nun den rechten Beckenkamm zum linken Brustkorb

Nehmen Sie sich etwas Zeit und spüren dort nach, wo Sie aktiv waren.

3. Aktivieren des Zwerchfells

Legen Sie die Fingerspitzen an den unteren Rand des Brustkorbs und streichen von der Mitte bis zur Seite am Rand entlang kräftig aus.

„Haken“ Sie sich unter dem Rand des Brustkorbs ein und drücken die Fingerspitzen beim Ausatmen in den Brustraum hinein.
Ist das Zwerchfell verspannt, kann sich dies zu Beginn durchaus etwas unangenehm anfühlen.

4. Umlenken auf die Bauchatmung

Hier gibt es 3 Schritte: Spüren, Verstärken und Umlenken

  1. Legen Sie eine Hand auf den Bauch und die andere Hand auf die Brust Welche Hand bewegt sich bei der Einatmung mehr nach oben?
    Hier nehmen Sie einfach nur wahr, wie sie jetzt gerade atmen.
  2. Verstärken Sie nun die bessere Bewegung.
    Bei wem sich bereits der Bauch beim Atmen deutlich bewegt, kann nun dieses für 6 Atemzüge weitermachen.
    Die Brustatmer gehen weiter zu Schritt 3.
  3. Versuchen Sie nun, bewusst den Bauchraum mehr bei der Atmung einzusetzen.
    Das Umlenken kann Schwierigkeiten bereiten. Deshalb gibt es nun einige Hilfen:
    – Drücken Sie bei der Ausatmung Ihre Hände fest auf den Bauch. Sie können ihn dabei auch aktiv einziehen. Weiter ausatmen. Dann den Bauch loslassen und beobachten, wie die Luft wieder in den Körper hineinströmt.
    – Sie können zur Verstärkung der Ausatembewegung ein Handtuch zur Hilfe nehmen.
    – Im Liegen ist es oft einfacher als im Sitzen. Legen Sie sich bequem hin und legen sich ein Gewicht auf den Bauch (z.B. ein Buch oder 1 Paket Zucker). Konzentrieren Sie sich darauf, dieses Gewicht wahrzunehmen, darauf, wie sich der Bauch beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt.
    – Am meisten hilft es, den Körper „zur Banane“ zu formen: Sie dehnen zum einen die Flanke, auf der anderen Seite, kann man den Brustkorb in dieser Haltung nicht mehr so stark einsetzen. Die Atmung weicht daher mehr in den Bauchraum aus. Ob sie bei dieser Übung den Arm zur Unterstützung einsetzen, bleibt natürlich Ihnen im Hinblick auf Ihre individuellen Möglichkeiten selbst überlassen.
5. Bauchatmung im Alltag

Jetzt ist es prima weiter zu trainieren, denn im Sitz oder in Ruhe brauchen wir nicht viel Energie. Wir legen die Latte also etwas höher. Versuchen Sie, die Bauchatmung beizubehalten, während Sie etwas anderes machen:

bewegen Sie die Beine oder die Arme und versuchen gleichzeitig, in den Bauch zu atmen.

Nun atmen Sie im Stand in den Bauch… beim Gehen… beim Kochen

Gehen Sie gerne immer wieder zwischendrin auf die Hilfen in Punkt 5 zurück.

6. Einfluss auf die Ausatmung

Spannen Sie die Bauchmuskeln während der Ausatmung an. Erst leicht, dann immer mehr.

Bei mittlerer Spannung halten Sie diese mal für 2 Sekunden.

Dann während der Ausatmung den Bauchnabel ruckartig nach innen ziehen. Schaffen Sie es mehrere Male hintereinander während einer Ausatmung?

Spüren Sie den Zusammenhang zwischen der Bauchmuskelspannung und Dauer der Ausatmung?

7. Mobilisierung des Sekrets

Eine besondere Atemtechnik sind die sogenannten Bronchialkaliberschwankungen.

Atmen Sie über die Bauchatmung ein, halten Sie die Luft nun 3 Sekunden an.
Dann zunächst passiv ausatmen und dann über ruckartiges Anspannen der Bauchmuskeln aktiv ausatmen.

Die Position spielt bei sehr starker Schleimentwicklung auch eine Rolle. Am besten, aber nicht unbedingt angenehm ist die Kopftieflage (Foto mit hängendem Oberkörper)

Ansonsten funktioniert auch die Seitenlage. Eine Rolle oder festes Kissen unter den Brustkorb macht diese Position noch effektiver. Setzen Sie dabei ruhig Atemtechnik der Bronchialkaliberschwankungen ein.

Sie können auch lernen, die Lage des Sekrets zu spüren und dann genau dorthin zu atmen. Und benutzen Sie auch hier die Bronchialkaliberschwankungen.

Lassen Sie sich in Seitenlage beklopfen und natürlich sind auch hier die Bronchialkaliberschwankungen hilfreich

Husten Sie nicht zu viel und zu kräftig. Beim Husten legen Sie den Handrücken vor Ihr Stoma und drehen den Rumpf ein wenig nach hinten.

8. Beweglichkeit des Rumpfes

Die Seitneigung, Drehung und Streckung der Brustwirbelsäule ist das A und O für eine entspannte Atmung. Hierzu haben Sie einige Übungen kennengelernt und vielleicht 2-4 Lieblingsübungen entdeckt.

9. Erhalten der Ausdauer

Leichter Ausdauersport und regelmäßige Bewegung ist eine gute Prophylaxe für die gesamten Systeme des Körpers. Die Empfehlung der Mediziner liegt bei 150 Minuten in der Woche.

Viel Spaß und Erfolg beim Umsetzen dieser Tipps.

Ihre Fragen und unsere Antworten aus dem Online Seminar

  1. Sind die Luft- und Speiseröhre getrennt?
    Es kommt ganz auf die Operation an, die notwendig war. Bei einer Tracheotomie wird ein Luftröhrenschnitt unterhalb des Kehlkopfes gemacht. Die Verbindung von Luft- und Speiseröhre im Kehlkopf bleibt bestehen. Bei einer Laryngektomie hingegen wird der komplette Kehlkopf entfernt und die Luft- von der Speiseröhre getrennt. Auch hier erfolgt die Atmung über eine Öffnung der Luftröhre, das sog. Tracheostoma.  Das Klima in der Lunge verändert sich dadurch vollkommen. Über den Luftröhrenschnitt dringt also ungehindert Kälte, Trockenheit und Staub in die Lunge ein. Dies führt zu einer vermehrten Schleimproduktion. Im weiteren Verlauf wird das Sekret dann zäher und kann Borken bilden.
  2. Was ist ein HME?
    HME (Heat Moist Exchanger) ist die Abkürzung für einen Wärme- und Feuchtigkeitstauscher. Das Gehäuse enthält einen speziellen Schaumstoff, der Wärme und Feuchtigkeit aus der ausgeatmeten Luft speichern kann.  Die trockene und kalte Luft, die über das Tracheostoma eingeatmet wird, kann so im HME mit Wärme und Feuchtigkeit angereichert werden. So erhält man ein „tropische“ Klima und einen gewissen Atemwegswiderstand. Beides braucht die Lunge für ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
  3. Besteht für tracheotomierte Patienten ein erhöhtes Risiko von COPD? Wenn ja, wie kann ich vorbeugen?
    Der Begriff COPD fasst verschiedene Erkrankung mit chronischer Verengung der Atemwege zusammen. Als häufigste Ursache gilt das Rauchen. Außerdem können reizende Umweltstoffe wie Autoabgase oder Feinstaub eine COPD begünstigen. Da bei der Atmung durch das Tracheostoma die Schutz- und Filterwirkung der Nase wegfallen, ist es umso wichtiger, für einen möglichst optimalen Ersatz der Nasenfunktion zu sorgen, und zwar rund um die Uhr. Sie können also bei der Auswahl des HME / der künstlichen Nase einen wichtigen Beitrag leisten, die Funktionsfähigkeit der Lunge bestmöglich zu erhalten. Haben Sie Fragen, welches Produkt für Sie am Besten geeignet ist, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt. Ebenso stehen unsere erfahrenen Anwendungsberater für Sie bereit, eine optimale Lösung zu finden, die Ihren Bedürfnissen und körperlichen Anforderungen gerecht wird.
  4. Wie hoch ist der Atemwegswiderstand vom Provox Micron?
    Das Provox Micron vereint zwei Funktionen: es ist ein HME mit zusätzlichem hocheffektiven Filter als Schutz gegen Viren, Bakterien und feine Luftpartikel.
    Daher liegt der Atemwegswiderstand über dem Provox XtraFlow HME, ist aber vergleichbar mit dem Provox XtraMoist HME.
    Liegt keine massive organische Lungenfunktionsstörung vor, ist es den meisten Anwendern möglich, sich ggf. wieder an einen etwas höheren Widerstand beim Atmen zu gewöhnen. Es ist dann schlicht eine Frage des „Trainings“. Man sollte dabei Eins nie vergessen: über die Nase zu atmen erfordert viel mehr Kraftaufwand als über einen HME, der vor dem Tracheostoma platziert ist. Machen Sie es Ihrer Lunge also nicht zu leicht, denn Sie verliert an „Kondition“, wenn sie nicht gefordert wird.
  5. Ich trage schon länger das XtraMoist HME. Ich kam damit immer ganz gut zurecht, aber in letzter Zeit habe ich Probleme Luft zu bekommen. Wurde etwas an dem HME geändert?
    Nein, die Produktmerkmale wurden nicht verändert. Es gibt viele Faktoren, die Einfluss auf die Atmung haben, z.B. wie regelmäßig die Muskeln des ganzen Körpers und das Herz-Kreislaufsystem gefordert werden. Waren Sie in der letzten Zeit weniger körperlich aktiv, könnte Ihnen aufgrund der fehlenden Kondition schneller „die Puste ausgehen“.  Die Kondition kann man jedoch auch wieder verbessern. Zur Sicherheit empfiehlt es sich natürlich, mit Ihrem behandelnden Arzt zu sprechen, um eine organische Ursache ausschließen zu können.
  6. Wie häufig sollte das Provox Micron gewechselt werden?
    Der Filter sollte spätestens nach 24 Stunden ausgetauscht werden. Ist er durch Sekret verstopft oder verschmutzt, dann erfolgt der Wechsel früher. Die maximale Verwendungsdauer von 24 h gilt übrigens für alle HME und künstlichen Nasen im Atos Sortiment.
  7. Ich trage seit 14 Monaten eine Trachealkanüle und muss immer sehr zähen Schleim absaugen. Abhusten und Räuspern reicht nicht. Was kann ich dagegen tun?
    Schleim ist ein notwendiger Schutz gegen Kälte, Trockenheit und Staub, die vermehrt über das Tracheostoma in die Lunge eindringen. Sowohl die Menge als auch die Konsistenz werden entscheidend dadurch beeinflusst, wie gut der HME / die feuchte Nase die Funktion der natürlichen Nase ersetzen. Hier kommt es darauf an, einen für Sie optimalen HME zu finden. Neben der Auswahl des passenden Produktes spielt eine große Rolle, den Filter wirklich durchgehend zu tragen, denn die Lunge reagiert schon nach kurzer Zeit empfindlich auf ein offenes Tracheostoma.
    Um den zähen Schleim zu verflüssigen, kann das regelmäßige Inhalieren hilfreich sein. Achten Sie aber auch darauf, genügend Flüssigkeit zu trinken.
  8. Wie pflege ich die Luftröhre?
    Sofern Sie einen leistungsfähigen HME wie z.B. den Provox XtraMoist tragen und zusätzlich regelmäßig inhalieren, bedarf die Luftröhre keiner besonderen Pflege. Sollte sich dort angetrocknetes Sekret festgesetzt haben, können Sie dies vorsichtig mit einer stumpfen Borkenpinzette entfernen.
  9. Kann sich das Stoma verkleinern ?
    Prinzipiell ja. Es hängt von der Operationsmethode / Tracheostoma-Anlage ab. Aber auch individuelle Faktoren spielen eine Rolle, ob oder wie stark ein Tracheostoma schrumpft. Hier kann Ihnen Ihr HNO-Arzt sicherlich nähere Informationen zu geben.
  10. Wie verhalte ich mich als Kehlkopfloser in COVID-Zeiten?
    Als grundlegender Schutz für sich und für andere gelten hier natürlich die gleichen Regeln: Abstand halten  und Hände waschen. Auch Alltagsmasken gehören dazu, denn Aerosole, die Viren transportieren, können auch bei Ihnen während des Sprechens freigesetzt werden. Eine besondere Möglichkeit, bei der Ein- UND bei der Atmung für einen über 98 %igen Schutz zu sorgen, ist die Verwendung der Spezialfilter Provox Micron (für Tracheotomierte ist es das Freevent XtraCare). Auch wenn durch den enormen weltweiten Bedarf das hochleistungsfähige Roh-Material nicht immer in der benötigten Menge zur Verfügung steht, tun wir alles dafür, Ihnen zu Ihrem Schutz jeweils so viele Spezial-Filter wie möglich zur Verfügung zu stellen.
    Möchten Sie sich noch weiter informieren, fordern Sie gerne unseren Flyer zu diesem Thema an. Sie können sich mit Ihren Fragen selbstverständlich auch an unseren Kundenservice wenden unter 0800-5353667.

Hilfreiche Links

Auf dieser Webseite finden Sie Informationen zu einem Hilfsmittel, das bei schwerwiegender Schleimproduktion verordnet werden kann:

RC-Cornet Plus Tracheo

Der Verein COPD e.V. stellt auf seiner Webseite vielfältige Informationen zur Verfügung.

Neben grundlegendem Wissen zu dieser recht weit verbreiteten Lungenerkrankung finden Sie hier auch praktische Anregungen zu Übungen wie auch Hinweis zu Lungensport als Rehabilitationsmaßnahme.

Patientenratgeber Lungensport